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Glutenunverträglichkeit- nie wieder Brot essen??

 

 

 

Die Diagnose Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit stellt erst mal alles auf den Kopf.

 

Was kann ich jetzt noch essen?
Welches Getreide ist glutenfrei?
Welches Mehl darf ich verwenden?
Worauf muss ich überhaupt achten?

 

Tausend Fragen schwirren durch den Kopf, und es fühlt sich an, als würde eine Welt zusammenbrechen.

Gerade der Gedanke, auf Brot & Brötchen zu verzichten, ist für viele unvorstellbar. Brot begleitet uns schließlich von Kindesbeinen an – wie ein alter Freund. Das war auch für mich eine große Hürde bei der Ernährungsumstellung.

 

  • Ein Scheibchen frisches Brot mit kalter Butter und einer Prise Salz …
  • Ein Stück Baguette zum Salat oder ein herzhaftes Vollkornbrot mit Käse …
  • Eine Stulle zum Mitnehmen – oder Pizza und Pasta?!

Was tun?

 

Fertig abgepackte Brote waren für mich nie eine Option. Ich habe sie früher nicht gegessen und würde es auch jetzt nicht tun. Doch mit glutenfreien Mehlen hatte ich noch nie gebacken. Hmm …

Zum Glück bin ich experimentierfreudig und habe mich ans Werk gemacht. Die ersten Ergebnisse waren enttäuschend und niederschmetternd, doch dann entdeckte ich, dass glutenfreie Mehle eine echte Bereicherung sein können! Heute vermisse ich herkömmliches Dinkelmehl nicht mehr.

 

So entstand auch die Idee zu meinem Buch „Brot, Brötchen & mehr“.

Habt ihr schon selbst glutenfreies Brot oder Pizza gebacken? Wie waren eure ersten Backversuche? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen. 

 

In welchen Körnern versteckt sich Gluten?

 

Gluten, auch Klebereiweiß genannt, ist in vielen traditionellen Getreidesorten enthalten.

Diese Getreide enthalten Gluten:

  • Weizen
  • Roggen
  • Gerste

 

Auch alle Weizenarten sind glutenhaltig:

  • Dinkel
  • Kamut
  • Emmer
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Urkorn
  • Hartweizen
  • Spelt
  • Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen)
  • Schwabenkorn

👉 Wer auf Gluten verzichten muss, sollte diese Getreidesorten meiden.

 

 

Diese Körner und Mehle sind glutenfrei

 

Ihr seht schon – die Auswahl ist groß, und mit ihr auch die Geschmacksvielfalt und Farbenpracht der glutenfreien Mehle.

 Bestimmte Körner und Pseudogetreide sind von Natur aus glutenfrei und eignen sich hervorragend als Alternativen:

Glutenfreie Körner & Pseudogetreide:

  • Amaranth
  • Quinoa
  • Reis
  • Mais
  • Buchweizen
  • Goldhirse
  • Braunhirse
  • Teff

Weitere natürliche glutenfreie Mehle:

Auch folgende Lebensmittel sind von Natur aus glutenfrei und werden zu Mehl verarbeitet:

  • Esskastanien
  • Bananen
  • Kokosnüsse
  • Hanfsamen
  • Leinsamen

Hülsenfruchtmehle:

Auch Hülsenfrüchte können vermahlen und als glutenfreie Mehlalternativen verwendet werden:

  • Kichererbsen
  • Sojabohnen
  • Erbsen
  • Linsen

👉 Eine abwechslungsreiche glutenfreie Ernährung ist möglich – und oft sogar nährstoffreicher als eine klassische Weizen-Ernährung.

 

Hafer – ein Sonderfall unter den Getreide

Hafer gilt als glutenfrei, solange er von der Aussaat bis zur Verpackung nicht mit glutenhaltigem Getreide kontaminiert wurde. Da herkömmlicher Hafer oft in Kontakt mit Weizen, Roggen oder Gerste kommt, sollten Betroffene unbedingt auf das Glutenfrei-Siegel mit der Ähre achten.

 

Kann ich Weizenmehl und glutenfreies Mehl einfach tauschen?

Nein, das funktioniert leider nicht 1:1. Glutenfreie Mehle verhalten sich anders als Weizen-, Dinkel- oder Roggenmehl, da ihnen das Klebereiweiß fehlt, das Teige elastisch macht und bindet.

Damit glutenfreie Teige gelingen, setzen wir sogenannte Stabilisatoren ein, die das Gluten ersetzen. Besonders bewährt haben sich:
Flohsamenschalen
Xanthan
Johannisbrotkernmehl
Maisstärke
Eier

Mit diesen Helfern steht dem glutenfreien Back- und Kocherfolg nichts mehr im Weg!

 

Tipp: Wenn ihr – so wie ich – knuspriges Krustenbrot liebt, dann probiert unbedingt „Krusti“ aus!

 

 

Etiketten-Studium

Alle Lebensmittel, die Gluten enthalten, haben in der Küche und auf dem Teller nichts zu suchen.

Ganz so einfach ist es aber nicht – denn Gluten ist ein echtes Multitalent in der Lebensmittelverarbeitung. Es kann emulgieren, stabilisieren, konservieren und sorgt für die richtige Konsistenz vieler Produkte. Deshalb wird es in der Lebensmittelindustrie großzügig eingesetzt.

Das bedeutet: Nicht nur auf Getreideprodukte verzichten, sondern auch auf alles, was industriell verarbeitet wurde und Gluten enthalten kann!

 

Gluten kann versteckt sein in:

  • Wurst & Aufschnitt
  • Ketchup & Soßen
  • Fruchtjoghurt
  • Gewürzmischungen
  • Nüssen & Schokolade
  • Käsezubereitungen

Wichtig: Der Hinweis „Enthält Spuren von …“ sollte nicht übersehen werden!

 

👉 Also: Augen auf beim Einkauf und immer fleißig Etiketten studieren.

 

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