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Wacholderbeerenkur nach Kneipp

Schon seit rund 2000 Jahren wird Wacholder zu Heilzwecken eingesetzt. 

 

Wacholder

 

Wacholder (Juniperus communis) ist ein immergrüner Zypressenstrauch, der bis zu drei Meter hoch werden kann. Er wächst auf Heiden, Mooren und in lichten Nadelwäldern. Wer schon einmal Urlaub in der Heide gemacht hat, kennt ihn – er prägt mit seinen bizarren Formen das Bild der blühenden Heidelandschaften und wird deshalb auch die „Zypresse des Nordens“ genannt.

Seine kleinen Blüten sind unscheinbar, doch die dunkelblau-schwarzen Beeren glänzen auffällig. Ihr Geschmack ist leicht süßlich, herb und intensiv aromatisch.

Die meisten kennen Wacholderbeeren als Gewürz – sie verleihen Sauerkraut und Rotkohl ihr typisches Aroma und machen Kohlgerichte bekömmlicher. Auch Gin verdankt seinen unverwechselbaren Geschmack diesen kleinen Beeren.

 

Wacholder wird jedoch nicht nur in der Küche geschätzt. Seit Jahrhunderten werden ihm magische Kräfte nachgesagt. Bis heute räuchert man mit getrockneten Wacholderzweigen Haus und Stall aus, um negative Energien zu vertreiben.

Wacholderbeeren-Inhaltsstoffe

 

 

 

In den kleinen Aromakugeln steckt eine Fülle wertvoller Inhaltsstoffe: Bis zu 2 % kräftige ätherische Öle, dazu Gerbstoffe, Gerbsäure, Bitterstoffe, Menthol, Oxalsäure, Invertzucker, Zink und Flavonoide.

Heilwirkung der Wacholderbeeren

Gerade zu Frühlingsbeginn fühlen sich viele winterschlapp, müde und antriebslos. 

Naturheilkundliche Kurz-Kuren können helfen, müde Zellen wieder in Schwung zubringen - so wie eine "entgiftende" Wacholderbeerenkur, die ich euch gleich vorstelle.

 

Ja, Wacholderbeeren schmecken nicht nur im Sauerkraut und der Bratensoße, sondern helfen uns auch bei vielen Unpässlichkeiten und Zipperlein. 

Wacholder bewährt sich seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde durch sein breit gefächertes Wirkspektrum:

  • antibakteriell
  • blutbildend und -reinigend
  • schleimlösend
  • schweißtreibend
  • harntreibend
  • entgiftend
  • entkrampfend auf die glatte Muskulatur des Verdauungstrakts
  • leicht schmerzstillend
  • Immunsystem stärkend
  1. Verdauung: Durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe helfen Wacholderbeeren bei Beschwerden im Verdauungstrakt. Sie lindern Blähungen, Völlegefühl und krampfartige Beschwerden im Oberbauch.
  2. Nieren & Entgiftung: Die Beeren regen die Nierendurchblutung an und wirken harntreibend. Daher werden sie für Durchspülungs-, "Entgiftungs-, Entschlackungs- und Ausleitungs"-Therapien angewendet.
  3. Rheuma & Gicht: Den Wacholderbeeren wird auch eine lindernde Wirkung bei Rheuma, Arthritis und Gicht zugesprochen. Zudem gelten sie in der Naturheilkunde als antidiabetisch und blutdrucksenkend.
  4. Blasenentzündung: Bei einer beginnenden Blasenentzündung leistet ein Wacholderbeeren-Tee durch seine antibakteriellen und durchspülenden Eigenschaften gute Dienste. 

 

Wacholderbeeren-Kur nach Sebastian Kneipp

 

Jetzt aber flugs zur angekündigten Wacholderbeeren-Kur. 😊 Diese Kur ist einfach durchzuführen und erfordert keine aufwendige Vorbereitung. Alles, was du brauchst, ist eine Tüte getrockneter Wacholderbeeren – erhältlich in jedem gut sortierten Gewürzregal. Wenn möglich, greife zu Bio-Qualität, um Rückstände von Pestiziden zu vermeiden – aber auch herkömmliche Wacholderbeeren eignen sich für die Kur.

So geht's:

 

1️⃣ Tag 1: Zwei Wacholderbeeren gründlich kauen, bis sie musig & leicht süßlich schmecken, dann schlucken.
2️⃣ Täglich steigern: Jeden Tag eine Beere mehr, bis du bei 12 Beeren pro Tag bist (über den Tag verteilt).
3️⃣ Dann wieder reduzieren: Jeden Tag eine Beere weniger, bis du wieder bei zwei Beeren angekommen bist.
4️⃣ Die Kur beginnt & endet mit 2 Wacholderbeeren.

 

Das war's! 

Diese Kur kannst du einmal im Jahr machen – am besten im Frühjahr, um nach der dunklen Jahreszeit wieder in Schwung zu kommen. Natürlich ist sie auch zu jeder anderen Zeit möglich.

Viele schwören darauf, die Kur bei Vollmond zu beginnen, da der abnehmende Mond die entgiftende Wirkung zusätzlich unterstützen soll. 

 

 

 

 Während der Kur solltest du viel warmes Wasser trinken

Eine einfache Faustformel zur Berechnung deines täglichen Mindest-Flüssigkeitsbedarfs:
👉 30 ml Wasser pro kg Körpergewicht.

 

Zusätzlich kannst du die Kur wunderbar unterstützen, indem du täglich 1–2 Tassen Giersch- oder Gänseblümchentee trinkst. Besonders im Frühjahr schmeckt er köstlich, wenn du die frischen Blüten & Blätter selbst pflückst.

 

Was Wirkung hat, hat leider auch Nebenwirkungen

Wichtige Hinweise zur Wacholderbeeren-Kur:

  • Empfindlicher Magen/Darm? Dann verkürzen Sie die Kur (max. 5 Beeren) oder alternativ einen sanften Wacholderbeerentee zur Immunstärkung genießen.
  • Schwangerschaft: kein Wacholder! Er kann wehenfördernd wirken.
  • Nierenprobleme? Wacholderbeeren können das Nierenparenchym reizen – daher die Kur meiden.
  • Salicylat-Unverträglichkeit? Besser auf Wacholder verzichten.
  • Kur-Dauer: Wacholder (egal in welcher Form) sollte nicht länger als einen Monat angewendet werden.

 

Weitere bewährte Wacholderbeeren-Hausmittel

 

  • Wacholderbeeren-Tee – wohltuend für Magen & Immunsystem

Ein sanfter Wacholderbeerentee kann bei Magenbeschwerden & leichtem Sodbrennen lindernd wirken. In der kalten Jahreszeit stärkt er zudem das Immunsystem.

Zubereitung:
- 1 TL getrocknete Wacholderbeeren zerkleinern (mit Messer oder Mörser)
- Mit 300 ml kochendem Wasser übergießen
-  10–15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen
-  Optional mit etwas Honig süßen


👉 Max. 2 Tassen täglich – für maximal 1 Monat.

 Diese sanfte Variante ist eine mildere Alternative zur klassischen Wacholderbeeren-Kur nach Kneipp.

 

 

  • Mundspülung & Gurgellösung – bei Zahnfleischentzündungen & Halsschmerzen

Wacholder wirkt antiseptisch und kann bei Zahnfleischreizungen oder Halsschmerzen helfen.

Zubereitung:
- 1 EL Wacholderbeeren mit 200 ml Wasser aufkochen
- 10–15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen
- Lauwarm als Mundspülung oder Gurgellösung verwenden

 

  • Wacholder-Bad – Entspannung für Muskeln & Gelenke

Ein wohltuendes Bad mit Wacholder kann bei Gelenkschmerzen, Rheuma & Erkältungen helfen, die Durchblutung anregen und für wohlige Wärme sorgen.

Zubereitung:
-  5–6 EL zerstoßene Wacholderbeeren in 1 Liter Wasser & 250 ml Milch aufkochen (Milch hilft, die ätherischen Öle zu lösen)
- 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen
- Aufguss ins 38–40 °C warme Badewasser geben
- 20 Minuten baden, anschließend kurz abduschen, abtrocknen & eingekuschelt entspannen

 

  • Wacholder-Massageöl – für verspannte Muskeln & kalte Füße

Ein altes Hausmittel für schmerzende Gelenke, Verspannungen & kalte Füße.

Zubereitung:
-  Eine dunkle Flasche oder ein Schraubglas bis zur Hälfte mit zerstoßenen Wacholderbeeren füllen
- Mit einem Speiseöl nach Wahl (z. B. Raps-, Sonnenblumen- oder Kokosöl) auffüllen
- 3–4 Wochen ziehen lassen (nicht in der Sonne), gelegentlich schütteln
- Danach durch ein Sieb abseihen & im Kühlschrank lagern

 

Tipp: Wenn du Kokosöl verwendest, sollte es während des Ziehens warm stehen, damit es flüssig bleibt. Nach dem Abseihen ist es egal – für Massagen ist geschmeidiges Kokosöl sogar angenehm.

 

Beste Gesundheit wünscht dir                         Elke :)

Kommentare: 4
  • #4

    Elke Schulenburg (Montag, 09 Oktober 2023 18:10)


    Liebe Sara,
    ja, die Wacholderbeeren sind nicht so hart, wie man vielleicht denkt. Du kannst sie einfach zerkauen. Wenn die Beeren jedoch längere Zeit offen gelagert werden und alt sind, werden sie hart und verlieren auch an Aroma.
    Ich wünsche dir beste Gesundheit,
    Elke

  • #3

    Sara (Freitag, 06 Oktober 2023 21:22)

    Liebe Elke,
    herzlichen Dank für die schönen Erklärungen.
    Das heißt, die getrockneten und harten Beeren werden weich gekaut und dann runtergeschluckt, habe ich das richtig verstanden?
    Ich füttere meinem Pferd getrocknete Hagebutten. Die sind richtig hart, er kriegt die natürlich gut gekaut. Darum frage ich mich, ob man die harten Wachholderbeeren ohne weiteres gekaut bekommt.
    Lieben Dank und viele Grüße, Sara

  • #2

    Elke Schulenburg (Montag, 13 März 2023 20:39)

    Liebe Mary,
    vielen Dank für dein Feedback �
    Tee und Hausrezept sind eine gute Wahl.
    Für das Massageöl kannst du auch Kokosöl verwenden, das ist sehr angenehm beim Einreiben. Wenn das Öl warm steht beim Durchziehen ist es flüssig. Ich ergänze das gerade mal im Text :-)
    Liebe Grüße und gute Besserung wünscht dir Elke

  • #1

    Killer Mary in 6260 Reiden (Montag, 13 März 2023 10:38)

    Herzlichen Dank, für die Info. liebe Eike,
    Ich versuche es einmal mit dem Tee und mit dem Hausrezept.
    Mit freundlichen Grüssen Mary Killer