
Hast du dich beim Eierkauf auch schon gefragt, warum jedes Ei einen Stempel trägt? Was bedeuten eigentlich die Zahlen darauf? Und warum reicht es nicht, diese Infos einfach nur auf die Verpackung zu drucken?
Vielleicht hast du dich auch schon mal gefragt:
✔ Welche Farbe wird für den Stempel verwendet?
✔ Ist das wirklich notwendig oder nur Bürokratie?
✔ Was verrät der Code über das Ei – und was nicht?
In diesem Artikel entschlüsseln wir die Kennzeichnung auf Eiern, erklären, warum die Stempel Pflicht sind und wie du anhand der Codes mehr über Herkunft & Qualität erfahren kannst. Außerdem erfährst du, wie du Eier richtig lagerst und ob sie nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar sind.
➡ Los geht's mit dem Stempel-Code & seiner Bedeutung.
Seit wann gibt es den Eier-Stempel – und warum ist er Pflicht?
Der Stempel auf Eiern ist kein Zufall – er wurde eingeführt, um Verbrauchern mehr Transparenz über die Herkunft & Qualität der Eier zu geben.
📌 Seit 2004 ist die Kennzeichnung auf jedem Ei innerhalb der EU Pflicht.
Zuvor standen diese Infos nur auf der Verpackung, doch das führte oft zu Verwechslungen oder bewusster Täuschung – vor allem bei losen Eiern auf Märkten oder in Bäckereien.
Warum der Stempel?
✔ Schutz vor Etikettenschwindel: So kann niemand Käfighuhn-Eier in eine Bio-Verpackung legen und teurer verkaufen.
✔ Nachverfolgbarkeit: Der Code zeigt genau, woher das Ei stammt.
✔ Verbraucherschutz: Kunden können auf einen Blick sehen, aus welcher Haltungsform das Ei kommt.
Wusstest du, dass die Kennzeichnungspflicht erst ab einer gewissen Anzahl von Hühnern gilt?
Betriebe mit weniger als 50 Hühnern sind nicht verpflichtet, ihre Eier zu kennzeichnen. Solche Eier findest du also nicht im Handel,
sondern kaufst sie direkt beim Bauernhof deines Vertrauens.
Genau so mache ich es auch! Da unsere Hühner keine Winterleger sind und ihre Eier nicht für meine Küche ausreichen, hole ich mir zusätzliche Eier von einem regionalen Bauernhof. Unsere eigenen Eier sind quasi das Sonntagsei der Familie – denn unsere Hühner haben keine Legepflicht, sondern genießen einfach ein glückliches Leben bei uns.
➡ Aber was bedeuten die einzelnen Zahlen & Buchstaben auf dem Ei genau? Das klären wir jetzt!
Kennzeichnung von Eiern - Was bedeuten die Zahlen & Codes?
Die Kennzeichnung auf Eiern gibt Aufschluss über die Haltung der Hühner, das Herkunftsland sowie die Gewichts- und Güteklassen.
Der Erzeugercode auf dem Ei – So liest du ihn richtig
Ein Ei trägt immer eine spezielle Kennziffer, die sich folgendermaßen zusammensetzt:
1. Haltungsklasse (erste Ziffer auf dem Ei)
Die erste Zahl zeigt, aus welcher Haltungsform das Ei stammt:
✅ 0 = Bio-Haltung (ökologische Erzeugung)
✅ 1 = Freilandhaltung
✅ 2 = Bodenhaltung
✅ 3 = Käfighaltung („Kleingruppenhaltung“)
2. Herkunftskennzeichnung (Ländercode auf dem Ei)
Nach der Haltungsform folgt der Ländercode, der zeigt, wo das Ei produziert wurde:
🇩🇪 DE = Deutschland
🇦🇹 AT = Österreich
🇳🇱 NL = Niederlande
(Die zwei Buchstaben stehen für das EU-Land, in dem das Ei gelegt wurde.)

3. Betriebsnummer – Woher genau kommt das Ei?
Die folgende Zahlenfolge identifiziert den landwirtschaftlichen Betrieb. Jedes EU-Land vergibt individuelle Nummern zur eindeutigen Kennzeichnung. Zusätzlich können weitere Stellen den jeweiligen Stall oder Bestand markieren.
Beispiel eines deutschen Betriebes:
0-DE-0243861
- 0 → Bio-Haltung
- DE → Deutschland
- 02 → Bundesland (z. B. Hamburg = 02, Niedersachsen = 03, Bayern = 09)
- 4386 9 → Betrieb & Stallkennung
3. Gewichtsklassen von Eiern
- S = Klein (< 53 g)
- M = Mittel (53–63 g)
- L = Groß (63–73 g)
- XL = Sehr groß (> 73 g)
4. Güteklassen von Eiern
✅ Güteklasse A („frisch“) – Höchste Qualität → Diese Eier dürfen nicht gewaschen oder haltbar gemacht werden und sind für den Handel
bestimmt.
⚠ Güteklasse B – Industrie-Eier → Niedrigere Qualität, nur für die Lebensmittel- & Non-Food-Industrie.
❌ Güteklasse C – Nicht für den Handel → Werden nur direkt an die verarbeitende Industrie geliefert.
5 Kennnummer der Packstelle
Diese Nummer befindet sich auf der Verpackung.
Wichtig: Das Land der Packstelle muss nicht mit dem Land der Legestelle übereinstimmen!
Achte auf den Stempel auf dem Ei! Die auf der Verpackung angegebene Herkunft kann täuschen. Ein Ei kann z. B. in den Niederlanden gelegt, aber in Deutschland verpackt worden sein. In diesem Fall steht auf der Verpackung „DE“, während der Stempel auf dem Ei das wahre Ursprungsland „NL“ verrät.
Fazit: Nur der Stempel auf dem Ei zeigt die tatsächliche Herkunft.
Und was ist mit Eiern aus Nicht-EU-Ländern?
Eier aus Drittländern sind im deutschen Handel selten zu finden. Sollten sie jedoch importiert werden, unterliegen sie strikten Kennzeichnungsvorschriften, die den EU-Standards entsprechen. So
wird sichergestellt, dass auch diese Eier transparent & rückverfolgbar sind.
5. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
Das MHD eines Eis darf maximal 28 Tage nach dem Legedatum betragen. Seit dem 8. Dezember 2022 dürfen Eier bis zu diesem 28. Tag noch an Endverbraucher verkauft werden.
Wichtig für den Einkauf: Nach Ablauf des MHDs sollten Eier nur noch gegessen werden, wenn sie ausreichend erhitzt wurden, da sonst die Keimgefahr steigt.
Eier zu kaufen ist nicht nur eine Frage der Frische – auch die Haltungsform spielt eine große Rolle. Die Kennzeichnung hilft dabei, genau zu erkennen, woher ein Ei stammt und unter welchen Bedingungen das Huhn gelebt hat.
Doch was bedeutet es eigentlich, wenn ein Ei aus Käfighaltung, Bodenhaltung oder Freilandhaltung stammt? Schauen wir uns die Unterschiede genauer an.
Käfighühnereier vs. Freilandeier: Was ist der Unterschied?

Eier gehören zu den Grundnahrungsmitteln und sind fester Bestandteil unserer Ernährung. Doch nicht alle Eier sind gleich – der Unterschied liegt in der Haltung der Hühner.
- Käfighaltung: Hühner leben in engsten Käfigen unter schlimmsten Bedingungen, ohne Platz zum Scharren oder Flattern. Diese Haltung ist in der EU mittlerweile verboten, existiert aber in anderen Ländern weiterhin.
- Bodenhaltung: Die Hühner sind in großen Ställen untergebracht, haben jedoch keinen Zugang ins Freie.
- Freilandhaltung: Hier dürfen die Hühner ins Grüne, unter Büschen und Bäumen picken – eine deutlich artgerechtere Haltung.
Die meisten Legehennen sind Legehybriden, speziell für die Eierproduktion gezüchtet. Doch es gibt auch alternative Hühnerrassen, wie unsere kleine bunte Zwerghuhnbande, die täglich Gartenauslauf genießt.
Natürlich lässt sich eine solche Haltung nicht im großen Stil umsetzen – die Nachfrage nach Eiern ist einfach zu hoch. Aber trotzdem muss Käfighaltung nicht mehr sein. Bodenhaltung ist das Mindeste, was man tun sollte, und eine hochwertigere Haltung ist immer mit einer würdigeren Schlachtung verknüpft.
📌Nicht vergessen: Hinter jedem Ei, das in einer Eierpappe liegt, steht ein Huhn, das es gelegt hat. Wie dieses Huhn lebt, sollte uns nicht egal sein. Die Art der Haltung hat direkte Auswirkungen auf das Tierwohl – und genau das sollten wir beim Eierkauf immer im Blick behalten.
Mehr über die verschiedenen Haltungsformen erfährst du in diesem Artikel: Haltungsformen im Blick.
Auf dem Foto seht ihr Fritzi & Puschel – zwei glückliche Hennen, die wissen, wie sich echtes Hühnerleben anfühlen sollte.
Lagerung, Haltbarkeit & Frischetest
Haltbarkeit: Eier haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von 28 Tagen nach dem Legedatum. Innerhalb dieses Zeitraums sind sie bedenkenlos genießbar. Doch auch danach sind viele Eier noch gut – ein Frischetest hilft, das zu überprüfen.
⚠ Woran erkennst du verdorbene Eier?
Eier können verderben, wenn sie zu lange oder unsachgemäß gelagert werden. Achte auf folgende Anzeichen:
❌ Unangenehmer Geruch
❌ Veränderte Konsistenz von Eigelb oder Eiweiß
Solche Eier sollten auf keinen Fall mehr verzehrt werden!
Lagerung:
Am besten bewahrst du Eier im Kühlschrank, idealerweise im Eierfach, da hier die Temperatur
konstant bleibt.

- Frischetest
-
Frische Eier sinken zum Boden, während ältere Eier nach oben steigen. Genau das zeigt mein Foto: Die drei Eier, die ich gestern aus dem Nest genommen habe, liegen flach auf dem Boden – sie sind absolut frisch!
Warum schwimmen ältere Eier?
Eierschalen sind leicht porös, sodass im Laufe der Zeit Wasser verdunstet und sich die Luftkammer im Inneren vergrößert. Dadurch verändert sich das Verhalten im Wasser:✅ Frisches Ei: Liegt flach am Boden.
✅ Etwas älteres Ei: Stellt sich mit der stumpfen Seite nach oben.
✅ Altes Ei: Schwimmt an der Oberfläche – nicht mehr verzehren! -
Das braune Ei im Vordergrund stammt übrigens von unserem Blumenhuhn Frieda – auf dem Foto mit Mohn ist sie in voller Pracht zu sehen
Zum Abschluss siehst du hier einige Fotos meiner kleinen Zwerghuhnbande.
Mehr über die Nährstoffe, Farben und vielseitige Verwendung von Eiern erfährst du
hier:
👉 Ei, Ei, Ei – mehr als nur eine Zutat
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