
Willkommen in der faszinierenden Welt des Oxymels
Dieses uralte Heilmittel begleitet uns seit Jahrhunderten und bietet verblüffend viele gesundheitliche Vorteile. Es ist Teil einer Erfahrungsmedizin, die nicht aus Laboren stammt, sondern aus Küchen, Klöstern und Hausapotheken. Weitergegeben von Generation zu Generation – und heute aktueller denn je.
Oxymel ist ein echtes Kraftpaket: Die Kombination aus Essig, Honig und Heilkräutern bringt Schwung in die Abwehrkräfte, unterstützt den Stoffwechsel und macht Apfelessig fast ein wenig langweilig.
Das Beste: alkoholfrei und trotzdem intensiv in der Wirkung. Durch den Essig lösen sich die Pflanzenwirkstoffe besonders effektiv – und du bekommst die volle Ladung Natur.
Bringe dieses traditionelle Elixier mit neuen Ideen in deinen Alltag – als Heilmittel oder einfach als erfrischend-gesunden Getränkezusatz, wie man sonst einen Schuss Saft oder Sirup ins Wasser gibt.
Neugierig geworden? Dann schauen wir uns gleich an, was hinter dem Hype steckt: Geschichte, Wirkung, Herstellung und Anwendung – alles, was du wissen musst.
Ein Blick in die Geschichte des Oxymels
Die Geschichte des Oxymels reicht über 2000 Jahre zurück. Schon in der Antike war dieses goldene Heilmittel bekannt und wurde von Ärzten wie Hippokrates und Galen empfohlen. Ursprünglich nutzte man Essig und Honig getrennt, bis man entdeckte, dass ihre gemeinsame Wirkung stärker ist. So entstand das Oxymel – und wurde später durch Kräuterzusätze, wie bei Hildegard von Bingen, weiterentwickelt.
Im Mittelalter und darüber hinaus war Oxymel ein beliebtes Haus- und Heilmittel bei vielfältigen Beschwerden. In der Klostermedizin, der Volksheilkunde und sogar in Apotheken hatte es einen festen Platz. Als Teil der sogenannten Apitherapie – also der Anwendung von Bienenprodukten – spielte es eine wichtige Rolle in der Naturheilkunde. Erst mit dem Aufschwung der modernen Medizin geriet es langsam in Vergessenheit.
Heute erlebt Oxymel eine kleine Renaissance. Immer mehr Menschen interessieren sich für traditionelle Heilmethoden – und entdecken, was Essig, Honig und Kräuter gemeinsam leisten können. Als alkoholfreie Tinktur, belebendes Getränk oder vielseitige Rezeptur wird es neu geschätzt und liebevoll wieder in den Alltag integriert.

Der Name „Oxymel“ stammt vermutlich aus dem Altgriechischen. „Oxy“ bedeutet sauer, „meli“ steht für Honig – zusammen ergibt das den etwas unschönen, aber korrekten Begriff: „saurer Honig“. Und trotzdem klingt es bis heute geheimnisvoll – wie ein kleines Elixier aus einer anderen Zeit.
Oxymel vereint die Kräfte von Essig, Honig und heilenden Pflanzen. Es lässt sich nicht nur mit Kräutern herstellen, sondern auch mit Blüten, Beeren, Wurzeln, Gewürzen oder Früchten. Schon früh wurden ihm entzündungshemmende, fiebersenkende, wundheilende und stoffwechselanregende Eigenschaften zugeschrieben – und viele davon gelten heute noch als plausibel.
Die Kombination aus natürlicher Wirkung, vielseitiger Anwendung und sanfter Zubereitung macht Oxymel zu einem echten Schatz der Naturheilkunde. In einer Welt voller Zusatzstoffe erinnert es uns
daran, dass man mit einfachen, natürlichen Mitteln oft weiter kommt, als man denkt.
Zeit, genauer hinzuschauen: Was hat dieses alte Heilmittel wirklich drauf?
Die 3 Komponenten des Oxymels

1. Essig
Essig besitzt antiseptische und antibakterielle Eigenschaften, die bei Infektionen und Entzündungen unterstützend wirken können. Außerdem kann er den Blutzuckerspiegel senken, den Cholesterinspiegel regulieren und die Verdauung fördern. Bei Halsschmerzen eignet sich Essig als Gurgellösung. Auch bei Gicht und Arthritis kann er Linderung verschaffen, da er entzündungshemmend wirkt.
Die Essigkomponente des Oxymels eignet sich durch ihre Säure besonders gut zum effektiven Auslaugen der Kräuter. Deshalb: Kräuter zuerst in Essig einlegen, Honig erst später zufügen.
Der Essig sollte naturbelassen und nicht erhitzt sein. Nur so bleiben die natürlichen Enzyme und
Mikroorganismen erhalten – und damit ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften.
Ich empfehle rohen Bio-Apfelessig oder Demeter-Qualität – ohne Zusatzstoffe und aus nachhaltiger Produktion.
✎ Fast vergessen:
Wer auf Honig verzichten möchte – oder muss –, setzt einfach auf den puren Essig-Kräuter-Auszug.
Heilessig ist das ursprüngliche Oxymel – schlicht, wirksam und perfekt für alle, die es unkompliziert mögen.

2. Honig
Honig besitzt entzündungshemmende, antioxidative und antibakterielle Eigenschaften, die das Immunsystem stärken und bei Husten & Erkältungen helfen können. Zudem ist er ein natürlicher Energie-Booster.
Für Oxymel ist wichtig: nur naturbelassener, unbehandelter Honig.
Er enthält Enzyme, Nährstoffe und antioxidative Verbindungen, die durch Hitze verloren gehen.
Sucht am besten nach rohem, nicht pasteurisiertem Bio-Honig – idealerweise vom regionalen Imker oder
Bioladen.
So behält er seine heilende Wirkung und seinen typischen Geschmack.
Du kannst mit verschiedenen Sorten spielen:
Blütenhonig, Frühjahrstracht und Sommertracht sind eher mild,
Waldhonig dagegen kräftig und intensiv. So findest du den Honig, der geschmacklich und gesundheitlich zu dir passt.

3. Kräuter und Gewürze
Die Auswahl der Kräuter und Gewürze hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab.
Jedes Kraut hat eigene Eigenschaften und spezifische Wirkungen – von entspannend bis verdauungsfördernd.
Nutze frische oder getrocknete Bio-Kräuter, möglichst unbehandelt.
Oder: Zieh dir deinen eigenen kleinen Kräutergarten auf der Fensterbank.
Minze, Thymian, Rosmarin, Zitronenmelisse, Salbei, Oregano – alles, was du magst und brauchst.
Vor dem Ansetzen: gründlich waschen, damit die Wirksamkeit nicht durch Schmutz getrübt
wird.
Trau dich zu experimentieren: Wildkräuter, Gartenkräuter, Gewürze, Blüten, Beeren, Wurzeln – alles darf rein, was zu dir und deinem Ziel passt.
✎ Mein Tipp: Jedes Kraut hat seine eigene Wirkung – manche sanft, andere kraftvoll.
Wer sie kennt, nutzt Oxymel gezielter – und mit mehr Freude. Darum bekommst du zu jeder Zutat der vorgestellten Oxymel-Variationen ein kleines
Kräuterporträt: damit du selbst entscheiden kannst, was zu dir passt.
Was macht Oxymel so besonders?
Die magische Mischung aus Essig und Honig wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Oxymel ist ein wahrer Schatz der Natur, der uns bei zahlreichen Alltagsbeschwerden unterstützen kann. Egal, ob Erkältung, Verdauungsprobleme oder allgemeines Unwohlsein – Oxymel ist zur Stelle, um uns auf natürliche Weise zu helfen.
Die synergetische Wirkung der drei Hauptkomponenten – Essig, Honig und Kräuter – ist entscheidend für die heilenden Eigenschaften des Oxymels. Dabei kann der Essig-Kräuterauszug eine besonders starke Heilwirkung entfalten. Die Kräuter werden im Essig ausgezogen, um ihre wertvollen Inhaltsstoffe und therapeutischen Eigenschaften zu übertragen. Der Essig dient dabei als Lösungsmittel, das die aktiven Bestandteile der Kräuter extrahiert und konserviert. Diese Kombination aus Kräutern und Essig schafft eine kraftvolle Mischung, die entzündungshemmende, antibakterielle und verdauungsfördernde Eigenschaften haben kann.
Der Honig ergänzt das Oxymel nicht nur geschmacklich, sondern bringt auch seine eigenen heilenden Eigenschaften ein. Honig ist bekannt für seine antibakteriellen Eigenschaften und kann dazu beitragen, Entzündungen zu lindern. Zusätzlich bringt er natürliche Süße in das Oxymel, was den Geschmack angenehm abrundet.
Die Kombination von Essig-Kräuterauszug und Honig in Oxymel ermöglicht es, dass sich die Eigenschaften und Wirkstoffe beider Komponenten ergänzen und verstärken. Dadurch entsteht eine ganzheitliche und kraftvolle Unterstützung für die Gesundheit – der Schlüssel zum Erfolg des Oxymels.
Es ist wichtig zu beachten, dass die genaue Heilwirkung des Oxymels von den verwendeten Kräutern und deren individuellen Eigenschaften abhängen kann.
Die Auswahl der Kräuter sollte je nach gewünschtem Effekt und persönlichen Bedürfnissen zusammengestellt werden. Wie? Dazu kommen wir jetzt.
Grundrezept Oxymel

Hier ist mein Grundrezept für ein effektives Oxymel, das sich in meiner Naturheilpraxis über Jahre bewährt hat:
- 1 Teil Kräuter (= 40 g Kräuter)
- 6 Teile Essig (= 240 g Apfelessig)
- 4 Teile Honig (= 160 g Imker-Honig)
Aber offen gesagt: Beim Oxymel musst du nicht wie beim Backen grammgenau abmessen. Eine gewisse Improvisation ist erlaubt – und sogar erwünscht!
Betrachte das Grundrezept als Richtlinie, die du nach deinem eigenen Wohlbefinden und Geschmack anpassen kannst.
Das Tolle daran: Du kannst das Verhältnis ganz nach deinem Geschmack anpassen.
Magst du es lieber sauer? Dann gib etwas mehr Essig dazu.
Süßschnabel? Dann kommt mehr Honig rein.
Kräuter-Fan? Lass sie die Hauptrolle spielen.
Probier dich aus, spiele mit den Mengen und finde das perfekte Gleichgewicht, das deinem
Gaumen entspricht.
Denk aber auch daran: Kräuter und Gewürze sollten zu deinem aktuellen Gesundheitszustand passen.
Jeder Körper ist anders – du weißt selbst am besten, was dir guttut.
Ob du entzündungshemmende Kräuter, beruhigende Effekte oder etwas für die Verdauung brauchst – dein
Bedürfnis gibt die Richtung vor.
Gesundheit und Wohlbefinden stehen an erster Stelle!
Sei kreativ, sei aufmerksam – und kreiere dein ganz persönliches Oxymel, das dir Freude und Kraft schenkt.
Denn letztlich soll es dein individueller Begleiter werden – auf deinem Weg zu mehr Vitalität.
Schon im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen ein Oxymel – lange bevor der Begriff in Naturheilkreisen modern wurde. Ihre Heilkunde ist bis heute bekannt – und auch beim Oxymel setzte sie auf eine klare Linie: weniger Honig, mehr Wirkkraft.
Ich möchte dir ihr überliefertes Rezept nicht vorenthalten:
• 1 Teil Kräuter (= ca. 50 g)
• 10 Teile Weinessig (= ca. 500 g)
• 5 Teile Honig (= ca. 250 g)
Der Honig war für Hildegard eher Heilträger als Geschmackslieferant – eine feine, aber wichtige
Unterscheidung.
⤷ Vielleicht magst du ja beide Varianten ausprobieren – und schauen, was deinem Körper besser bekommt?

Hinweis für Diabetiker
Übrigens: Wenn du Diabetiker bist, empfehle ich dir den puren
Essig-Kräuter-Auszug (auch „Heilessig“ genannt) ohne Honig.
So bekommst du alle wertvollen Inhaltsstoffe von Kraut und Essig, ohne dass dir die Kohlenhydrate des
Honigs in die Quere kommen.
Du siehst: Es ist alles eine Frage der individuellen Bedürfnisse.
So geht’s: Kaltmazeration Schritt für Schritt
Diese Kaltmazeration ist mein Geheimtipp, um sicherzustellen, dass alle wertvollen Wirkstoffe der Zutaten im Oxymel erhalten bleiben.
Denn wer möchte schon auf die geballte Kraft der Kräuter verzichten?
So geht’s los:
Zum Start brauchst du nur 2 Zutaten:
Apfelessig + Kräuter für deinen Heilessig:
-
Ca. 40 g frische Kräuter oder Blüten (z. B. Thymian, Gänseblümchen, Koriander)
-
240 g Apfelessig
-
Honig kommt später – und nur, wenn er naturbelassen ist
Wenn du keinen rohen Honig auftreiben kannst, lass ihn weg.
Industrieller Honig bringt keine gesundheitlichen Vorteile – und passt nicht in ein echtes Oxymel.
Jetzt geht’s ans Werk:
-
Kräuter waschen, abtrocknen & leicht zerkleinern
-
In ein sauberes Glasgefäß geben
-
Essig darüber gießen, bis alles bedeckt ist
-
Gut verschließen und dunkel lagern (3–4 Wochen)
-
Täglich schütteln, um die Inhaltsstoffe besser zu lösen
-
Nach der Ziehzeit abseihen (feines Sieb)
-
Jetzt: 160 g Honig zugeben, gut umrühren, bis alles aufgelöst ist
-
In eine saubere Flasche abfüllen – kühl & lichtgeschützt lagern
-
Haltbarkeit: Bis zu einem Jahr im Kühlschrank
Honig & Essig sind nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch geschmacklich ein Dream-Team:
Der Essig mildert Bitterstoffe, der Honig rundet die Schärfe ab.
So entsteht eine perfekte Mischung aus Süße und Säure, die das Oxymel nicht nur wirksam, sondern auch
lecker macht.
Außerdem hilft der Honig, die Wirkstoffe der Kräuter besser aufzunehmen.
Wie nehme ich Oxymel ein?
Los geht’s mit dem Experimentieren und Entdecken! Lass deiner Kreativität freien Lauf und finde heraus, wie du Oxymel in deine Ernährung integrieren kannst. Es gibt viele Möglichkeiten – hier ein paar Ideen zur Inspiration:
• Pur oder verdünnt: Nimm 1–2 Esslöffel Oxymel, entweder direkt oder mit Wasser verdünnt – vor den Mahlzeiten oder bei Bedarf.
• Morgens als Routine: Starte den Tag mit 1–2 Esslöffeln Oxymel und einem Kraut deiner Wahl – das gibt Energie und Fokus.
• Sorten abwechseln: Nutze verschiedene Oxymel-Varianten im Wechsel – je nach Stimmung, Geschmack oder körperlichem Bedürfnis.
• Erfrischungsgetränk: Mische Oxymel mit stillem oder sprudelndem Wasser – mein persönlicher Favorit. Lecker, leicht, wirkungsvoll.
• Natürliches Sportgetränk:
2 EL Oxymel + Wasser oder Tee + Prise Salz + Zitronensaft + etwas Apfelsaft → perfekt zum Elektrolyte-Auffüllen nach dem Training.
• Dressing oder Marinade: Gib Oxymel zu Salatdressings oder nutze es für Fleisch, Fisch und Gemüse. Besonders würzig, mit Kräutern wie Thymian, Lorbeer, Wacholder und Knoblauch – mein persönlicher Heil- und Würzessig für die Küche.
• Im Tee oder Smoothie: Einfach 1 EL Oxymel zu deinem Lieblingstee oder Smoothie – für extra Geschmack und gesundheitlichen Bonus.
✎ Mein Tipp: Lass deiner Experimentierfreude freien Lauf und entdecke die vielen Einsatzmöglichkeiten dieses kraftvollen Elixiers. Oxymel ist kein Wundermittel – aber ein wirklich treuer Begleiter.
Was dich als Nächstes erwartet
In meinem nächsten Blogbeitrag findest du inspirierende Rezeptideen für Oxymel – zunächst drei, bald mehr.
Ich ergänze sie nach und nach, also schau regelmäßig vorbei, wenn du neue Kombinationen und
Kräuterkraft entdecken willst.
✅ Magie des Oxymels: Kräuter, Rezepte und Wissenswertes
Cheers to Oxymel! Ich wünsche dir beste Gesundheit. Elke : )
Elke Schulenburg (Dienstag, 30 Juli 2024 16:11)
Hallo Gisela,
oh, mit Kapuzinerkresse hast du ein ganz wunderbares Heilkraut gewählt. Es hilft wirklich hervorragend bei Entzündungen!
Bei Erkältungen setze ich vor allem auf Thymian, Bohnenkraut, Salbei, Rosmarin und Lindenblüten. Kurkuma und Anis können auch helfen.
Liebe Grüße und beste Gesundheit!
Elke
Gisela (Mittwoch, 24 Juli 2024 19:44)
Hallo Elke, was für Kräuter kannst du bei Husten und Erkältung für dein Oxymel empfehlen?
Ich mache mir schon seid Jahren immer einen Kräuterauszug mit Apfelessig und Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse. Lasse es 4 Wochen stehen, abseihen und verdünnt mit Wasser ist das das beste Gurgelmittel bei Halsweh
Danke für deine Ideen