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Kein Ei ohne Huhn - doch wer fragt nach seinem Leben?

Eier sind überall – aber wo sind die Hühner?

Eier gehören ganz selbstverständlich dazu, wenn wir kochen, backen oder ein schnelles Frühstück machen. Doch wie schwer fällt es uns, darauf zu verzichten, wenn plötzlich jemand zu Besuch ist, der sich vegan ernährt?

Eier sind so vielseitig, dass wir sie fast automatisch in Teig, Soßen, Salate und sogar in Brot geben – ohne groß darüber nachzudenken.

Ein Ei ist eben ein Ei, oder?

Doch hinter jedem Ei steckt ein Huhn, das es gelegt hat.

Aber wer fragt nach seinem Leben?

Genau dieser Gedanke hat mich zu diesem Zitat inspiriert:

Kein Ei ohne Huhn. Doch wer fragt nach seinem Leben?

 

 

 Ich habe oft Menschen beim Eierkauf beobachtet – und ihren Umgang damit. Ein Ei ist für die meisten ein neutrales Produkt, als würden sie einen Bleistift kaufen. Dabei wird wahrscheinlich länger überlegt, welcher Stift in den Einkaufswagen kommt als bei einer Packung Eiern.

Doch kaum jemand denkt an die eigentlichen Produzenten: die Hühner.

Wenn ich ehrlich bin, war das auch bei mir lange so. Erst seit ich selbst Hühner im Garten habe, sehe ich Eier und Hühner mit anderen Augen. Ich habe gemerkt, dass jedes Huhn eine eigene Persönlichkeit hat, Sozialverhalten zeigt und Gefühle hat – genau wie wir oder unsere Haustiere, Katzen und Hunde.

Und jedes gelegte Ei? Wird von uns wie ein kleiner Schatz behandelt.

Meine Fritzi ist ganz ruhig und spaziert friedlich durch den Garten. Frieda ist ein kleines, eifersüchtiges Huhn, das Fritzi immer vom Futter wegjagt. Und Blondie? Blondie ist der Hahn unseres Trupps – obwohl sie eigentlich eine Henne ist. Sie passt auf alle auf, warnt vor Greifvögeln und hält die Gruppe zusammen.

 

Doch in der modernen Eierproduktion interessiert das niemanden. Ein Huhn soll keine Persönlichkeit haben. Es soll funktionieren. Eine Eiermaschine sein.

Hühner tauchen manchmal in Filmen oder Comics auf – doch in der Realität sind sie unsichtbar geworden.
Eier und Hühner? Für viele gehört das nicht mehr zusammen.

Habt ihr das auch schon beobachtet?

Und das ist schlimm, finde ich.

Solange niemand an die Hühner denkt, steht der Massentierhaltung nichts im Weg.

Das bedeutet Leid – pur und in Massen.

Doch nicht nur das: Auch die Qualität der Eier leidet. Wenn wir es rein ernährungsphysiologisch betrachten, dann kann doch kein hochwertiges Lebensmittel entstehen, wenn die Tiere, die es produzieren, unter schlimmsten Bedingungen leben.

Und mal ehrlich: Kann man das Ei mit Genuss essen, wenn das Huhn dafür gelitten hat?

Ich habe mal die Antwort bekommen: „Ich kaufe die billigen Eier zum Backen und die teuren zum Essen.“
Ein Ansatz – ja. Aber ist das wirklich die Lösung? Vielleicht wäre es besser, einfach weniger Eier zu verwenden oder auf Ei-Ersatz zurückzugreifen, wenn Eier zu teuer sind.

 

Ich denke, Bodenhaltung sollte das Minimum sein für die fleißigen Legehennen, Freilandhaltung wäre ideal für die Hühner. Es muss nicht zwingend ein Bio- oder Demeter-Ei mit speziellem Futter sein – das ist natürlich das Optimum.

Erst seit wir selbst Futter für unsere Hühner kaufen und sehen, wie viel sie wegfuttern und wie viel Pflege eine gute Haltung braucht, weiß ich auch den höheren Preis besser einzuschätzen.

Das muss ich euch erzählen: Als ich eben in den Stall kam, lag da Friedas erstes Ei nach der Winterruhe. Sie ist wirklich unermüdlich, unser kleines braunes Zwerghuhn. Passend zu meinem Artikel ;-)

 

Manchmal reicht es schon, Dinge nicht als selbstverständlich zu sehen – ein bewusster Blick auf unser Essen schadet nie.

 

Warum sind Eier eigentlich gestempelt?

 

Damit wir wissen, wie die Hühner leben – denn das steht nur verschlüsselt auf dem Ei – habe ich dazu einen Artikel geschrieben.

Haltungsformen im Blick

 

Und wenn euch generell interessiert, wie Nutztiere gehalten werden, schaut euch meinen Beitrag zu den Haltungsformen an.

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