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Oxymel-Rezepte Teil 3: Für Nerven, Haut & Geschmack

TIPP VORAB:
Bevor man Honig zum Essig gab, war Oxymel einfach: Heilessig – ein reiner Kräuterauszug in Essig.
Wer auf Zucker verzichten möchte (oder muss), kann genau damit starten.
Weniger süß, aber voller Pflanzenpower – und ganz in der ursprünglichen Tradition.

 

Kräuterharmonie-Oxymel: für starke Nerven

Melisse, Gänseblümchen, Hornveilchen, Giersch und Zitronenverbene – diese feine Mischung bringt Ruhe & Harmonie in den Alltag und ein bisschen Sonne ins Glas.
Dieses sanfte Kräuter-Oxymel wirkt ausgleichend, beruhigend und gleichzeitig erfrischend – ganz ohne Schwere.

Der Duft? Zart-zitronig. Der Geschmack? Mild und blumig.
Ein kleines Ritual für zwischendurch – oder als tägliche Unterstützung für mehr Gelassenheit.

 

Zutaten:

  • Zitronenmelisse (Hauptanteil)

  • Gänseblümchen

  • Giersch

  • Hornveilchen

  • Zitronenverbene
    ⤷ Insgesamt rund 60 g Kräuter (frisch, gewaschen und zerkleinert)

  • 360 g Bio-Apfelessig

  • 360 g Imker-Honig

Zubereitung:

  1. Alle Kräuter waschen, trocken schleudern und grob hacken

  2. In ein großes Glas geben

  3. Mit Apfelessig aufgießen, bis die Kräuter gut bedeckt sind

  4. Glas gut verschließen und täglich kräftig schütteln

  5. 3–4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen

  6. Danach durch ein feines Sieb abgießen

  7. Den abgeseihten Heilessig mit Honig verrühren, bis er sich vollständig auflöst

  8. In eine saubere Flasche abfüllen und kühl aufbewahren

⤷ Dieses Oxymel ist mild, aromatisch und ein sanfter Begleiter für stressige Tage – ob pur, im Wasser oder als zarter Aperitif.

→ Hornveilchen – traditionelles Heilkraut mit blumigem Aroma für Haut & Nerven

 

Porträt: Hornveilchen 

Gesundheitliche Vorteile:

Hornveilchen werden traditionell zur Linderung von Husten, Halsschmerzen und Atemwegserkrankungen eingesetzt.
Sie enthalten antioxidative Verbindungen, die zur Entgiftung beitragen können, und haben zudem entzündungshemmende Eigenschaften – besonders hilfreich bei Hautirritationen.

Geschmack & Aroma:
Zart-blumig, leicht süßlich – mit einem angenehmen, feinen Aroma, das sich im Oxymel wunderbar einfügt.

 Frische Zitronenmelisse – beruhigend und nervenstärkend

 

Porträt: Zitronenmelisse

Gesundheitliche Vorteile:
Zitronenmelisse wirkt beruhigend, krampflösend und unterstützt die Verdauung.
Sie hilft bei Stress, Angstzuständen, Reizdarm und kann sogar eine stimmungsaufhellende Wirkung haben – ein echter Alltagshelfer für Körper & Seele.

 

Geschmack & Aroma:
Erfrischend, mild-zitronig mit einem Hauch Minze – angenehm süßlich und beliebt in Tees, Getränken und Kräutermischungen.

→ Zitronenverbene – zitronig-frisch, entspannend und verdauungsfördernd

 

Porträt: Zitronenverbene

Gesundheitliche Vorteile:

Zitronenverbene – auch Zitronenstrauch genannt – wirkt entspannend, unterstützt die Verdauung und kann bei Übelkeit, Blähungen und Magenkrämpfen helfen.
Ihre ätherischen Öle haben eine antioxidative Wirkung, und sie wird auch zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt.

 

Geschmack & Aroma:
Intensiv zitronig, mit einem Hauch von Süße - aromatisch, frisch und sehr beliebt. Ein Klassiker für Limonaden, Tees & feine Kräuter-Oxymels.

→ Giersch – vitaminreiches Wildkraut mit würzigem Aroma, bekannt für seine entgiftende und entzündungshemmende Wirkung

 

Porträt: Giersch

Gesundheitliche Vorteile:

Giersch ist ein heimisches Kraftpaket: reich an Vitamin C, Kalium, Magnesium und antioxidativen Stoffen.
Er wirkt entschlackend, entzündungshemmend und hilft bei Gelenkbeschwerden wie Gicht oder Rheuma.
Auch bei leichten Hautproblemen kann er äußerlich oder innerlich angewendet werden.

Geschmack & Aroma:
Frisch, würzig, leicht an Sellerie erinnernd – eine wilde Note mit angenehmer Frische.

 

Gänseblümchen-Oxymel: für Wohlbefinden und Haut

Das Gänseblümchen gehört zu meinen absoluten Lieblingsblumen.
Nicht nur, weil es mit seiner zarten Schönheit Wiesen in kleine Wunderlandschaften verwandelt – sondern auch, weil es viel mehr kann, als man ihm zutraut.

 

In der Volksheilkunde gilt es als sanftes Stärkungsmittel für Haut, Stimmung und Stoffwechsel – perfekt für ein Oxymel, das dich von innen heraus pflegt.

 

Zutaten:

  • 60 g frisch gepflückte Gänseblümchen

  • 500 g Bio-Apfelessig

  • 360 g Imker-Honig

Zubereitung:

  1. Gänseblümchen vorsichtig abspülen und trocken schleudern oder tupfen

  2. In ein sauberes Glas geben und mit dem Stößel leicht andrücken, um die Aromen freizusetzen

  3. Mit Apfelessig auffüllen, bis die Blüten gut bedeckt sind

  4. Glas gut verschließen und 3–4 Wochen fermentieren lassen, täglich schütteln

  5. Nach der Ziehzeit abseihen

  6. Den abgeseihten Heilessig mit Honig verrühren, bis sich alles gut gelöst hat

  7. In eine saubere Flasche oder ein Schraubglas füllen, kühl und dunkel lagern

Mein Tipp:
Verwendet nicht den ganzen Heilessig für das Oxymel – eine kleine Portion purer Gänseblümchen-Essig eignet sich wunderbar zur äußeren Anwendung bei Hautirritationen, Sonnenbrand (!) oder Insektenstichen.
Für den Oxymel-Anteil einfach den Honig entsprechend anpassen.

 

 

Gänseblümchen in voller Blüte – heimisches Wildkraut mit heilender Wirkung

Porträt: Gänseblümchen (Bellis perennis)

Gesundheitliche Vorteile:
Das Gänseblümchen wird in der Volksheilkunde seit jeher für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften geschätzt.
Es unterstützt das Immunsystem, wirkt sanft entgiftend und kann das allgemeine Wohlbefinden fördern – innen wie außen.
Auch bei Hautproblemen oder Erkältungsanzeichen kommt es traditionell zum Einsatz.

Geschmack & Aroma:
Zart-blumig mit einem milden, leicht würzigen Geschmack – angenehm dezent, perfekt für ein leichtes, harmonisierendes Oxymel.

 

Würz-Oxymel: für Dressing, Dip und Marinade

In der Küche liebe ich Zutaten, die mehr können, als nur gut schmecken – und genau da kommt das Würz-Oxymel ins Spiel.
Mit Kräutern wie Thymian, Bohnenkraut, Knoblauch, Lorbeer und anderen aromatischen Zutaten entsteht ein kräftiger Kräuter-Essig, der nicht nur gesund ist, sondern auch kulinarisch richtig was hermacht.

Egal, ob im Salatdressing, als Marinade für Gemüse oder Fleisch oder als würziger Kick im Dip – dieses Oxymel bringt Tiefe, Geschmack und Haltbarkeit in deine Küche.

⤷ Und das Beste: Es ist nicht nur langlebig und bekömmlich, sondern lässt sich ganz nach deinem Geschmack abwandeln.

 

Kräuter (insgesamt ca. 60 g):

  • Bohnenkraut

  • Thymian

  • Liebstöckel

  • Petersilie

  • Koriander

  • Rosmarin

  • Majoran

  • Zitronenmelisse

  • Zitronenverbene

  • Schnittlauch

Gewürze:

  • 1–2 Lorbeerblätter

  • ca. 5 schwarze Pfefferkörner

  • ca. 10 rosa Beeren (roter Pfeffer)

  • 1 Prise Chilipulver oder 1 kleine Chilischote

  • 1 Löffelspitze Kreuzkümmel

  • 1–2 Zehen frischer Knoblauch (gehackt)

Flüssige Zutaten:

  • 300 g Bio-Apfelessig

  • 200 g Imker-Honig
    (+ ggf. 60 g zusätzlicher Honig zum Abschmecken)


Zubereitung:

  1. Frische Kräuter waschen, trocken schütteln und grob hacken

  2. Zusammen mit Essig und Honig in einen Mixer geben und pürieren

  3. In ein großes Glas füllen

  4. Knoblauch fein hacken und zugeben

  5. Gewürzkörner im Mörser anstoßen und ebenfalls ins Glas geben

  6. Glas gut verschließen, kräftig schütteln

  7. 24 Stunden bis 5 Tage fermentieren lassen, dabei mehrmals täglich bewegen

  8. Anschließend durch ein feines Sieb abgießen – Rückstände gründlich ausdrücken

  9. Nach Belieben mit weiterem Honig und ggf. etwas Salz abschmecken

  10. In eine Flasche füllen und kühl lagern


Tipp:
Dieses kräftige Würz-Oxymel ist ein genialer Ersatz für Essig:
Einfach mit gutem Olivenöl mischen – und du hast ein fertig gewürztes Dressing mit Tiefgang.
Perfekt zu Tomaten, Blattsalaten, als Marinade oder zum Dippen mit Baguette.
⤷ Und: Die Kombi lässt sich wunderbar variieren – mit deinen liebsten Kräutern & Gewürzen.

 

 Du hast die Wahl zwischen zwei Methoden für dein Würz-Oxymel:

Schnell & intensiv – oder langsam & komplex.

Neben der schnellen Mazeration im Mixer kannst du auch die ruhige Fermentationsvariante wählen:
Dafür einfach alle Zutaten (ohne Honig) 3–4 Wochen im Essig ziehen lassen und erst danach mit Honig vermischen.
So entwickelt sich das Aroma langsam – aber mit Tiefe.

 

Oder du kombinierst beides:
Einen Teil direkt verwenden, den Rest entspannt fermentieren lassen.
So mache ich es übrigens selbst:🙃
Ich gehöre zu den Ungeduldigen in der Küche – wenn ich etwas ansetze, will ich’ s auch probieren.
Darum nutze ich einen Teil direkt: schnell gemacht, sofort einsatzbereit.
Und der Rest? Darf in Ruhe reifen.
So ist die spontane Kochidee schon bedient – und gleichzeitig wächst im Hintergrund ein Oxymel mit Tiefe.

 

→ Frische Kräuter, Knoblauch und Gewürze – Zutaten für ein herzhaftes Würz-Oxymel

Fortsetzung folgt …

Du hast jetzt eine bunte Auswahl an Oxymel-Rezepten kennengelernt – von beruhigend und belebend bis herzhaft und würzig.
Wenn du Lust bekommen hast, weiter zu experimentieren:

Teil 4 steht schon in den Startlöchern.

In Teil 4 geht’s weiter mit Rezepten für das Immunsystem, den Magen und mehr frischen Schwung im Alltag – natürlich wieder mit Kräuterwissen, Rezepten und alltagstauglichen Tipps aus meiner Praxis.

📌 Teil 1 findest du hier: Oxymel – Das magische Elixier für deine Gesundheit
📌 Teil 2 : Magie des Oxymels: Kräuter, Rezepte und Wissenswertes

Schau gern regelmäßig vorbei oder stöber durch meine anderen Kategorien – es gibt noch viel zu entdecken.

Und vielleicht steht ja schon bald dein ganz persönliches Lieblings-Oxymel auf dem Küchenregal.

Bis gleich – im nächsten Teil! 

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