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Was hilft beim Einschlafen? Lorbeer als Geheimtipp gegen Grübeln & Unruhe

unverfäschte Natur in der Teetasse. Hausapotheke aus dem Gewürzschrank. Das Lorbeerblatt.

Schlaf ist kein Lückenfüller zwischen zwei Tagen.

Es ist die Zeit, in der unser System aufräumt, heilt und neu sortiert. Wenn er gut gelingt, merken wir es gar nicht. Wenn nicht – merken wir’s überall.

Und genau dann kommt die Frage: Was trinken, wenn man nicht einschlafen kann?
Milch mit Honig? Klassiker. Kräutertee? Auch schon durch.

 

Aber Lorbeer?
Klingt erst einmal nach Rotkohl – ist aber ein unterschätzter Helfer, wenn der Kopf nicht abschaltet und der Bauch rebelliert.
Ich habe es oft empfohlen – in meiner Praxis und privat. Und ich sage dir:
Es lohnt sich, dieses unscheinbare Blatt mal anders zu betrachten.

 

Warum Lorbeer beim Einschlafen hilft

Lorbeer ist mehr als nur Küchenaroma. In seinen Blättern stecken ätherische Öle wie Cineol und Linalool, die:

– beruhigend auf das Nervensystem wirken
– krampflösend und verdauungsfördernd sind
– die Leberfunktion sanft unterstützen

Und da die Leber – laut alter Heilkunde – das Organ für Wut, Stress und Grübeleien ist, beruhigt Lorbeer oft mehr als nur den Bauch.

Besonders wirkungsvoll ist Lorbeer in heißer Milch.
Denn: Warme Milch kennt jeder – und sie wirkt.
Sie enthält Tryptophan, eine Aminosäure, die als natürlicher Baustein für Serotonin und Melatonin gilt. Beides Botenstoffe, die den Schlaf fördern.

Und Honig? Der liefert einen kleinen, aber feinen Blutzuckerschub –
nicht genug, um aufzudrehen, aber genug, damit der Körper sich sicher und versorgt fühlt.
Milch und Honig – das hat schon im alten Kloster funktioniert.

Und dann noch Lorbeer dazu?
Das ist die Königsklasse der Klostermedizin: beruhigend, verdauungsfreundlich, träumefördernd – mit einer Prise mediterraner Würze.

Wenn's innerlich brodelt oder du dich im Bett nur noch hin und her wälzt:
Lorbeer ist dein Gewürz für die Nacht.

 

 

Zwei Varianten – einfach & alltagstauglich

Topf mit heißer Lorbeermilch – einfache Einschlafhilfe mit Milch, Lorbeerblatt und optional etwas Honig. Beruhigend und alltagstauglich.

 

  1. Heiße Lorbeermilch

– 1–2 Lorbeerblätter auf 200 ml Milch geben
– langsam erhitzen, nicht kochen!
– etwa 10 Minuten ziehen lassen, zugedeckt
– optional: ½ TL Honig einrühren

→ Besonders wohltuend bei innerer Unruhe, Nervosität und Unwohlsein.

 

📸 Auf dem Foto siehst du die Lorbeermilch so, wie ich sie mir zubereite:
ganz schlicht im Topf – kein Schnickschnack, einfach Wärme, Duft und ein ruhiger Moment.

 

 

2. Lorbeertee

– 1–3 getrocknete Lorbeerblätter (je nach Größe, Tassengröße und persönlichem Empfinden)
– Blätter leicht anknicken – so entfalten sich die ätherischen Öle besser
– mit ca. 250 ml kochendem Wasser übergießen
10–15 Minuten zugedeckt ziehen lassen
– warm trinken

→ Für alle, die keine Milch mögen oder lieber auf Pflanzliches setzen, ist ein Tee ideal.

 

📸 Abends nehme ich dafür immer meine kleine Teeschale aus Thailand –
mein ganz persönliches Ritual, um zur Ruhe zu kommen. Leise, warm und klar.

 

 

🔁 Anwendung: Akut oder als Ritual

– Wenn du dich schon eine Stunde wälzt und diese Nacht einfach nicht zur Ruhe kommst:
steh auf, setz den Lorbeer auf – bereite dir eine heiße Lorbeermilch oder einen Tee, atme bewusst – und komm runter.
Besonderes Augenmerk dabei aufs Ausatmen. Langsam. Länger. Das ist der Schlüssel.

 

 

– Oder du nutzt Lorbeer als Abendritual, wenn du öfter Schwierigkeiten beim Einschlafen hast:
kombiniert mit einem kleinen Fußbad, einem Duftkissen mit Lorbeerblättern
und dem Gedanken:
„Ich bin ruhig. Ich darf schlafen.“

Schließ die Augen – und hol dir einen Moment des Tages vor Augen, für den du dankbar bist.
Es gibt immer wenigstens einen.

Rituale sind machtvoll.
Denn der Körper liebt Wiederholung. Der Kopf auch.

Ein kleiner, warmer, duftender Trunk – und du hilfst deinem System, runterzufahren.
Ganz ohne Baldrian und Co.

 

Gut zu wissen:

 

Warum soll der Tee beim Ziehen zugedeckt werden?
Ganz einfach: Damit die ätherischen Öle nicht entweichen.
Sie gehören zu den wirksamsten Bestandteilen des Lorbeerblatts – und verflüchtigen sich schnell, wenn der Dampf frei entweichen kann.
Ein Deckel sorgt dafür, dass sie im Tee bleiben – genau da, wo sie wirken sollen.

 

Noch 2 Tipps aus dem Alltag

Lorbeerblätter getrocknet für einen Gute-Nacht-Tee

 

❈ 1. Lorbeerblätter im Gewürzregal

 Du hast bestimmt noch Lorbeerblätter vom letzten Rotkohlkochen im Gewürzschrank.
Vielleicht. Vielleicht aber auch schon zu lange. Denn: Getrocknete Kräuter verlieren mit der Zeit an Wirkkraft.
Die ätherischen Öle – also die Stoffe, die wirken und duften – verflüchtigen sich langsam, besonders wenn die Blätter zu warm oder offen gelagert werden.
Also: Beim nächsten Einkauf ruhig mal ein frisches Päckchen Lorbeerblätter mitnehmen.
Dein Bauch (und dein Schlaf) danken es dir.

Frischer Lorbeer im Kübel für Gute-Nacht-Tee

 

❈ 2. Lorbeer im Kübel

Im Frühjahr bieten viele Baumärkte und Gartencenter Lorbeer als Kübelpflanze an – herrlich aromatisch, kräftig im Wuchs und ideal für Balkon oder Terrasse.
Aber Vorsicht: Lorbeer ist frostempfindlich. Er muss im Winter unbedingt rein.
Ich habe es letzten Winter vergessen und mein Strauch ist erfroren.
Aber ich hole mir wieder einen. Weil ich ihn liebe – in Soßen, Suppen, Bolognese, als Tee, als Trunk, als stiller Helfer für Bauch, Gedanken und am Abend.

Vorsicht, aber ohne Panik:

Nicht in der Schwangerschaft anwenden
Bei bekannten Leber- oder Nierenerkrankungen vorher mit dem Arzt sprechen
Nicht literweise trinken – sanfte Pflanzen haben Wirkung. Und das ist auch gut so.

✎ Fazit

Lorbeer? Das ist viel mehr als nur ein einfaches Gewürz - es ist ein Heilkraut, das uns sogar beim Würzen unterstützt.
Ein stiller Helfer bei Bauch und Gedankenkarussell – und ein kleines Ritual für alle, die nicht gleich zur Tablette greifen wollen.
Probiere es aus. Ein Blatt genügt.

 

❈ Manchmal reicht ein stiller Moment,
tiefes Durchatmen mit einem lauten Seufzer, der von Herzen kommt –
ein warmer Schluck Tee und etwas Unverfälschtes, von der Natur kreiert.
Ein Lorbeerblatt. Mehr braucht es oft nicht.

 

– Elke

 

  Du magst abendliche Pflanzenrituale? Dann probier auch meine Goldene Milch – mit Kurkuma, Ingwer & Co. Wärmt, beruhigt und tut rundum gut.

 

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