
Spätzle waren für mich lange vom Tisch.
Wortwörtlich.
Glutenfrei UND gelingsicher – das schien ein Widerspruch.
Bis ich anfing, meine Mischung selbst zusammenzustellen.
Und siehe da: Es geht. Es schmeckt. Es ist kein Zauber – nur gutes Handwerk.
Spätzle sind kein Luxusgericht. Aber sie machen aus einem Teller Abendbrot etwas Warmes fürs Herz.
Ob pur, in Butter geschwenkt, mit Rahmsoße oder als käsiger Auflauf:
Dieses Grundrezept passt – als Beilage oder Hauptgericht.
Es geht schnell, braucht keine Spezialzutaten und ist auch ohne Presse machbar.
Zutaten

Zutaten für ca. 2 Portionen
Je nachdem, ob ihr sie als Beilage oder Hauptgericht essen wollt und wie groß der Hunger ist.
Mehlmix:
50 g Speisestärke
40 g Hafermehl
40 g Reisvollkornmehl
20 g Hirsegrieß (*)
1⁄2 TL Salz
2 g Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl
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3 (-4) Eier, mittlerer Größe
So geht´s

- Zuerst den Mehlmix in eine Schüssel geben und gründlich vermischen.
Ich habe in meiner Version Guarkernmehl verwendet – und drei Eier.
- Dann die Eier direkt auf den Mehlmix geben.
Noch nicht gleich verrühren – erst mal sacken lassen, dann weitermachen.
Tipp: Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl sorgen für die richtige Bindung im Teig – also bitte nicht weglassen, auch wenn's nach wenig aussieht. Diese Mini-Mengen machen später den Unterschied.

- Die Zutaten nun mit dem Handrührgerät oder einem Rührbesen 1–2 Minuten zu einer cremigen Masse verrühren.
Wenn du lieber mit dem Kochlöffel arbeitest, brauchst du etwas mehr Zeit und Kraft – aber es geht genauso.
In der Zwischenzeit einen großen, weiten Topf mit Wasser zum Kochen bringen – so groß, dass deine Spätzlereibe gut aufliegt.
Das Wasser kräftig salzen – so wie Nudelwasser.
Dann die Reibe auflegen und den Teig einfüllen.
Diese Menge passt gut auf einmal – kein Umfüllen nötig.
Jetzt den Teig langsam durchreiben – mit einer Teigkarte oder einem Spatel.
Nicht hastig, sondern gleichmäßig – das ergibt die schönsten Spätzle.

Der Spätzleteig sollte glatt, cremig und zähflüssig sein – etwa wie ein klassischer Rührkuchenteig.
Nach dem Anrühren den Teig etwa 15 Minuten ruhen lassen, damit sich die Zutaten gut verbinden.
Dann noch einmal kräftig durchrühren.
Der Teig ist jetzt schön dickflüssig – ideal, um langsam durch die Spätzlereibe zu tropfen.
Wenn er flüssiger ist, werden die Spätzle kleiner und feiner – eher wie Knöpfle. Auch lecker – aber eben anders.
Spätzle ins Wasser bringen – so klappt’s
Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, den Teig ins kochende Wasser zu bringen:
• Wer geübt ist, schabt den Teig vom Brett direkt ins Wasser.
Das ist die klassischste Methode – und ergibt oft die schönsten Spätzle.
Ein einfaches, glattes Brett und eine Teigkarte oder ein großes Messer reichen völlig aus, um es mal auszuprobieren. Wer's draufhat, will nichts anderes mehr.
• Wer es lieber praktisch mag (so wie ich), nimmt eine Spätzlereibe, einen Hobel oder eine Presse.
Damit schwimmen die Spätzle in Windeseile im Topf – ohne großen Aufwand.
Meine Erfahrung:
Ich verwende seit Jahren einen schlichten Spätzlehobel – damit komme ich am besten klar.
Mit einer Kartoffelpresse klappt’s auch, aber die ist bei mir eher fürs Püree reserviert.
Den Hobel mit Schlitten habe ich ebenfalls getestet – war mir aber zu umständlich in der Reinigung. Für größere Teigmengen vielleicht okay, aber nicht mein Favorit.
Wie immer gilt:
Probiert einfach aus, was euch am besten liegt – und wer weiß: Vielleicht steht das passende Utensil ja schon längst ungenutzt im Schrank.
→ Schreib mir gern in die Kommentare, welche Methode bei dir am besten funktioniert!

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Die Spätzle einmal kurz aufkochen lassen, dann den Herd ausschalten.
Jetzt noch 1–3 Minuten ziehen lassen, je nachdem, wie bissfest du sie magst.
Zwischendurch ruhig mal kosten.

- Sind die Spätzle gar, hebst du sie mit einer Schaumkelle aus dem Wasser und gibst sie in ein Sieb zum Abtropfen.
Bei größeren Teigmengen: in Etappen arbeiten – aber den Herd dabei anlassen, sonst kühlt das Wasser zu sehr ab.
Während die erste Portion abtropft, kannst du schon die nächste durch die Reibe drücken.

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Bei einer kleinen Portion – wie hier im Rezept – kannst du die fertigen Spätzle auch direkt wie Nudeln in ein großes Sieb abgießen.
Gut abtropfen lassen.Wer mag, spült sie kurz mit Wasser ab – muss aber nicht sein.
Jetzt hast du zwei Möglichkeiten:
• Direkt servieren – z. B. zu Soße, Gulasch oder Gemüse
• Oder in der Pfanne in etwas Butter oder Olivenöl schwenken – das gibt Glanz, Geschmack und eine extra Portion Wohlgefühl
• Oder weiterverarbeiten – beispielsweise zu Käsespätzle oder gebratenen Spätzle mit Ei
✎ Die Deluxe-Variante … Käs'Spatzen
Oh ja – Käsespätzle gehen auch.
Oder wie sie in den Alpen heißen: Käs'Spatzen.
Ein Klassiker, der satt und glücklich macht: frisch gekochte Spätzle, kräftiger Bergkäse und goldbraun gebratene Zwiebeln.
Ich sag’s ehrlich: Wer das einmal aus dem Ofen holt, will kein Fertiggericht mehr sehen.
So geht’s:
Die frisch gekochten Spätzle in eine gefettete Auflaufform oder feuerfeste Schale geben, mit geriebenem Käse (z. B. Emmentaler, Bergkäse oder einer Mischung) bestreuen und nach Belieben in
Schichten abwechseln. Zum Schluss eine letzte Lage Käse obendrauf – dann im vorgeheizten Backofen bei ca. 180 °C Ober-/Unterhitze für
15–20 Minuten überbacken, bis der Käse goldgelb zerläuft.
Die Zwiebeln in der Zwischenzeit in etwas Butter kräftig anrösten – sie sollen Farbe bekommen und leicht karamellisieren. Nicht mitbacken, sondern erst ganz zum Schluss über die fertig gebackenen Käsespätzle geben. Das macht den Unterschied zwischen „ganz nett“ und „richtig gut“ – so liebt man es im Allgäu, in Oberbayern und anderswo in den Alpen.
Aber klar – nicht jede Küche tickt gleich.
In manchen Regionen – und bei uns Nordlichtern sowieso – werden die Zwiebeln auch gern mitgeschichtet und mitgebacken.
Dann vermischt sich alles, wird herzhafter, saftiger, mehr wie ein Auflauf.
Am Ende gilt wie immer: Jeder so, wie er’s mag. Hauptsache heiß, käsig und mit Liebe gemacht.
Weitere Kreativ-Tipps
Selbstgemachte Spätzle sind wie ein weißes T-Shirt – sie passen fast überall.
Ob zu Braten, Pilzpfanne oder einfach in Butter geschwenkt – sie sind schnell gemacht, vielseitig kombinierbar und halten sich gut.
• Der Mehlmix lässt sich anpassen:
Hirsegrieß kannst du durch Reis- oder Buchweizengrieß ersetzen. Auch bei den Mehlen darf variiert werden – z. B. mit Hirse- oder Buchweizenmehl.
Für etwas Biss im Teig mische ich gern etwas Grieß dazu – das gibt Struktur.
• Tipp für Vorratsfans:
Gekochte Spätzle halten sich 3–5 Tage im Kühlschrank und lassen sich wunderbar aufwärmen:
kurz in Butter schwenken oder in der Pfanne mit Ei anbraten wie Nudelreste von Oma.
• Spätzle lassen sich prima einfrieren.
Einfach gut abgekühlt portionieren und in einen Gefrierbeutel packen – hält locker bis zu sechs Monate.
• Extra-Kick gefällig?
Du kannst den Teig mit frischen Kräutern, geröstetem Knoblauch oder Gewürzen wie Muskat verfeinern.
Besonders lecker: Spätzle mit Kräutern und Pilzsoße – ganz ohne Braten und trotzdem ein Gedicht.
Hier habe ich eine PDF-Datei zum Ausdrucken des Grundrezepts für dich vorbereitet.
✎ Schon ausprobiert?
Die erste Version dieses Rezepts hat längst den Weg in viele Küchen gefunden – von der Vorweihnachts-Generalprobe bis zu echten Kässpatzen im Allgäu.
Beim Überarbeiten wollte ich diese Rückmeldungen nicht verlieren – sie zeigen, wie vielseitig das Rezept ist und wie unterschiedlich es genutzt wird.
Ein paar Stimmen aus der ersten Runde:
💬 Annette (13. Dezember 2023):
„Liebe Elke,
gestern habe ich endlich dein Spätzle-Rezept ausprobiert – sozusagen als Generalprobe für Weihnachten.
Das Rezept ist herrlich unkompliziert und das Schaben hat gut geklappt, allerdings nehme ich beim nächsten Mal vier Eier. Geschmacklich sind sie wunderbar – der Grieß macht eine angenehme Konsistenz.
Vielen Dank für das Rezept – an Weihnachten werde ich bestimmt an dich denken!“
💬 Elke Schulenburg (17. Dezember 2023):
„Liebe Annette,
ich freue mich sehr, dass dir das Rezept gelingt und schmeckt! Vier Eier passen wunderbar – da kann man gut variieren.
Ich wünsche dir strahlende Augen an der Festtafel und viel Lob für dein Menü.
Gutes Gelingen und besinnliche Festtage – herzlich, Elke“
💬 Pit (22. Februar 2023):
„Das Rezept hat wunderbar geklappt für Kässpatzen. Danke!“
💬 Elke Schulenburg (24. Februar 2023):
„Hallo Pit,
vielen Dank für dein tolles Feedback zu meinem Spätzle-Rezept. Da bringst du mich gleich auf eine Idee: Käse-Spätzle könnte ich auch mal wieder machen.
Liebe Grüße und weiterhin viel Vergnügen beim Kochen & Backen.“
Und wie sieht’s bei dir aus?
Wenn du das Rezept ausprobierst – egal ob klassisch, kreativ oder mit Allgäu-Anleihen –
schreib mir gern in die Kommentare, wie's geklappt hat.
Ich freue mich auf dein Feedback!
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