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Glutenunverträglichkeit: "Das Chamäleon der Ernährungsmedizin"

 

 Die Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind so vielseitig, dass sie oft übersehen oder falsch zugeordnet werden. Deshalb wird sie als „Chamäleon der Ernährungsmedizin“ bezeichnet – sie tarnt sich geschickt und bleibt lange unentdeckt.

Die bekannteste und extreme Form ist Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, bei der bereits kleinste Mengen Gluten die Darmschleimhaut schädigen.

Daneben rückt zunehmend die Glutensensitivität in den Fokus. Sie tritt vermutlich viel häufiger auf als Zöliakie, zeigt aber ähnliche Symptome – oft ohne klare diagnostische Marker. Das macht sie schwer greifbar und führt dazu, dass Betroffene lange nach Antworten suchen müssen.

 

Warum Gluten „plötzlich“ nicht mehr vertragen wird

Der Satz: ‚Das habe ich doch schon immer gegessen, das vertrage ich.‘ verliert seine Gültigkeit. Unser Körper ist ein Meister im Kompensieren – oft über Jahre hinweg, ohne dass wir es bemerken. Doch irgendwann ist die Belastung zu groß, und erst dann treten spürbare Beschwerden auf.

Oft ignorieren wir gesundheitliche Probleme oder schieben sie auf andere Ursachen – bis uns irgendwann der Verdacht kommt, dass unser tägliches Brot buchstäblich schwer im Magen liegt.

Ernährung als Schlüssel zur Ursachenforschung

Gerade bei chronischen Beschwerden lohnt es sich, die eigene Ernährung genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie spielt oft eine zentrale Rolle, wird aber in der Ursachenforschung noch immer unterschätzt. Wer langfristig unter unerklärlichen Symptomen leidet, sollte zumindest in Betracht ziehen, dass Gluten eine Rolle spielen könnte.

 

Mögliche Zeichen der Glutenunverträglichkeit

 

 

Alles kann, aber nichts muss!

Eine Glutenunverträglichkeit zeigt sich nicht immer eindeutig. Manche Betroffenen haben nur ein einziges Symptom – zum Beispiel hartnäckiges Hüsteln –, während andere eine ganze Reihe von Beschwerden entwickeln.

Dabei ist eine Glutenunverträglichkeit keine reine Verdauungsstörung, sondern eine systemische Erkrankung. Das bedeutet: Sie kann den gesamten Körper betreffen – nicht nur den Darm:

Verdauungsbeschwerden

  • Bauchschmerzen und -krämpfe
  • Durchfall (tritt nur bei ca. 56 % der Betroffenen auf)
  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen

Erschöpfung & neurologische Symptome

  • Chronische Müdigkeit, Schwächegefühl
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen bis hin zu Depression

Muskuläre & Gelenkbeschwerden

  • Gelenkschmerzen
  • Wandernde Gelenkentzündungen
  • Muskelkrämpfe

Stoffwechsel & Organfunktionen

  • Starke Blutzuckerschwankungen
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust oder -zunahme
  • Bluthochdruck
  • Ödeme
  • Chronisch erhöhte Leberwerte
  • Chronisch erhöhte Bauchspeicheldrüsenwerte
  • Schilddrüsenfehlfunktionen

Weitere Hinweise

  • Chronisches Hüsteln und Husten
  • Nährstoffmängel, besonders Vitamin-B12-Mangel

⚠️ Wichtig: Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen – insbesondere in Verbindung mit der Ernährung.

 

Glutensensitivität: Eine unsichtbare Herausforderung

 Bis heute gibt es keinen sicheren Test zur Diagnose einer Glutensensitivität. Das führt dazu, dass sie oft nicht ernst genommen oder als Einbildung abgetan wird.

Die einzige verlässliche Methode bleibt das eigene Austesten: Wer über ein bis zwei Monate konsequent auf Gluten verzichtet und beobachtet, ob sich der Gesundheitszustand verbessert, kann erste Hinweise darauf erhalten, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

 

Wichtiger Schritt vor dem Selbsttest

  • Bevor du eine Eliminationsdiät beginnst, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, um Zöliakie auszuschließen. Diese kann nur durch eine Darmspiegelung sicher festgestellt werden – und das auch nur, wenn du bis zu diesem Zeitpunkt noch Gluten verzehrt hast. Wer bereits vorher glutenfrei lebt, riskiert verfälschte Testergebnisse.

Gluten und die Weihnachtszeit

  • Gerade in der Weihnachtszeit steigt der Glutenkonsum oft drastisch: Plätzchen, Stollen, Lebkuchen und all die anderen süßen Versuchungen sind allgegenwärtig. Kein Wunder, dass sich viele in dieser Zeit unwohl fühlen – mit Verdauungsproblemen, Erschöpfung oder sogar Stimmungstiefs.

💡 Tipp: Wer in der Weihnachtszeit unter Niedergeschlagenheit oder depressiven Verstimmungen leidet, könnte einen Zusammenhang mit der Ernährung in Betracht ziehen.

Mehr dazu erfährst du im Artikel: Weihnachts-Blues.

 

Ich wünsche dir eine gute Zeit.  Elke :)

Kommentare: 4
  • #4

    elke schulenburg (Dienstag, 31 Januar 2023 16:56)

    Vielen Dank, liebe Melanixxi für dein tolles Feedback. Das freut mich sehr :-)

  • #3

    Melanixii (Montag, 27 Mai 2019 14:20)

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  • #2

    Melanixii (Montag, 27 Mai 2019 14:19)

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  • #1

    Melanixii (Montag, 27 Mai 2019 14:18)

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